Alt werden und Pop, das ist wie jung sein und Jazz!

Seit einigen Tagen geistert die Band „Ja, Panik“ durch die Feuilletons. WDR5 und Deutschlandradio Kultur, meine beiden Haussender, berichteten ausführlich. Österreicher die, natürlich, in Berlin leben und dort eine Art Neokritisch-Posttraumatischen-Intelektpop betreiben. Die Berichte machten mich ehrlich neugierig. Wer selber Musiker war und ist, glaubt, bis zu einem gewissen Punkt, auf der Höhe seiner Zeit bleiben zu sollenkönnen. Jetzt eben, lief nach dem Bericht auch ein Stück aus der aktuellen Platte. Äh ja. Stellen Sie sich Falcos Enkel vor, („Who the f… is Falco?“ fragen sich die nach 1980 geborenen). Also Falcos Enkel entdeckt beim Trödler in Wien eine alte Fender E-Gitarre, die einst Robert Smith von The Cure gehörte. Er nimmt sich ein paar Element of Crime Texte aus den 90ern, übersetzt das, was er versteht ins Östereichische und das, was er nicht versteht ins Englische. Weil ihm das irgendwie immer noch zu bürgerlich, spießig klingt, nennt er die Platte DMD KIU LIDT, „Die Manifestation des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit“. Boa ey! Deutscher Herbst und british Schrummelpunk meets the „Post-Fukushima-Generation“! Ganz ehrlich? In Wirklichkeit habe ich gedacht: „Alles schon mal gehört.“ Und dann dachte ich: „Das hat mein Vater damals auch schon gesagt.“ Und dann dachte ich: „Sch…! Alt werden und Popmusik, das ist wie jung sein und Jazz – theoretisch überhaupt kein Problem, praktisch aber irgendwie eklig!“ Und was meinen Sie, woran ich bemerkt habe, dass ich wirklich alt werde? Zum Schluß sagte meine innere Stimme: „Ach, lass sie machen, ist doch niedlich!“ Mist, gut, dass es keiner gehört hat!

L.

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